Über viele Jahre habe ich in Unternehmen Führungsverantwortung übernommen, Teams geführt und Organisationen mitgestaltet. Ich kenne die Anforderungen, Entscheidungen und wirtschaftlichen Zwänge, die mit dieser Verantwortung verbunden sind.
Eine Erfahrung hat mich dabei besonders geprägt.
Als Vertriebsleiter sollte ich eine Veränderung umsetzen, die von der Geschäftsführung beschlossen worden war. Schon früh war deutlich, dass die Mitarbeitenden diesen Weg nicht mittragen würden. Nicht weil sie grundsätzlich gegen Veränderungen waren, sondern weil ihre Perspektive und ihre Bedenken nicht ernst genommen wurden.
In der Folge wurde die Veränderung gegen den Willen der Belegschaft „von oben“ angeordnet, aber von ihr nicht getragen. Es gab keinen offenen Widerstand, aber auch keine wirkliche Unterstützung. Die Veränderung scheiterte.
Damals wurde mir klar: Wenn man etwas verändern will, reicht es nicht, die bessere Idee zu haben oder eine Entscheidung zu treffen. Menschen müssen die Möglichkeit haben, den Sinn einer Veränderung nachzuvollziehen und ihren eigenen Platz darin zu finden.
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Organisationen nachhaltig geprägt.
Mit der Zeit rückten für mich zunehmend die Fragen in den Mittelpunkt, die hinter Strukturen, Prozessen und Entscheidungen stehen: Wie arbeiten Menschen zusammen? Wie gehen sie mit Veränderungen um? Warum werden manche Entwicklungen getragen und andere blockiert?
Diese Fragen führten mich zu Coaching, Psychodrama, Organisationsentwicklung und Supervision.
Heute verbinde ich die Erfahrung aus Führung und Organisation mit dem Verständnis für die menschlichen Dynamiken, die Entwicklung und Veränderung möglich machen – oder verhindern.